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RENNER-Ensemble

Tag der Deutschen Einheit
Montag, 3. Oktober 16.00 Uhr
MÜNSTER HEILIG KREUZ Bergen

PAX - Friedenskonzert

Pax, das klingt wie ein Aufschrei in heutiger Zeit. Es ist jedoch der Titel des „Friedenskonzertes“ des „Renner Ensembles Regensburg“, das am Montag, dem 3. Oktober 2022 um 16 Uhr die neue Konzertreihe im Baringer Münster einleitet. Der „Freundeskreis Kultur im Baringer Münster“ führt Konzerte nicht mehr auf Spendenbasis durch, sondern bietet einen Kartenvorverkauf in der Neuburger Tourist-Info und im Bücherturm an und am Aufführungstag auch an der Abendkasse. Es gibt nur einen Einheitspreis, denn die freie Platzwahl gilt weiterhin. 1987 wurde das nach dem Regensburger Domorganisten und Komponisten Josef Renner jun. benannte „Renner Ensemble Regensburg“ vom langjährigen Chorleiter Bernd Englbrecht gegründet. Ein Großteil der Ensemblemitglieder erhielt seine musikalische Ausbildung am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. Sein perfekt aufeinander abgestimmter Klangkörper wurde seither von ihm, ab 2003 von Jörg Genslein entwickelt. Seit 2011 leitet Hans Pritschet die Geschicke des Ensembles. Es besticht durch große Vielseitigkeit. Im Repertoire findet man Chorwerke für Männerstimmen quer durch die Jahrhunderte – vom Mittelalter über Werke der Renaissance, der Romantik bis hin zu experimenteller zeitgenössischer Vokal-Avantgarde. Ein deutlicher Hilfeschrei nach Frieden steht im Mittelpunkt des Konzerts des „Renner Ensembles“ in Baring.  Bei Jósef Świder´s „Pax“ tauchen angesichts des Kriegsgräuels zunächst nur Wortbruchstücke auf, erst am Ende wird das Friedenswort „Pax“ ausgehaucht. Johann Michael Haydn beschwört in seinem „Friedenslied“ das friedliche Miteinander nach kriegerischen Auseinandersetzungen und Ivan Moody verbindet in „Supplication for Peace“ (2002) Texte der griechisch- und russisch-orthodoxen Kirche zu einem friedlichen Gebet. Der Gospelsong „Down by the Riverside“, ein Appell des Pazifismus: „War no more!“ Stücke zum Osterfestkreis und Motetten zur Verehrung Mariens ergänzen das Programm, so der Hymnus „Ave maris stella“ in einer Komposition des litauischen Komponisten Jurijus Kalcas und „Laudi alla Vergine Maria“ Giuseppe Verdi´s. Zur Aufführung kommt auch das „Wessobrunner Gebet“, das älteste erhaltene christliche Gebet der deutschsprachigen Literatur, in einer Vertonung von Pritschet, dem Leiter des Renner Ensembles.
 

Info:
Konzert des Renner Ensembles Regensburg am Montag, dem 3. Oktober 2022 um 16 Uhr im MÜNSTER HEILIG KREUZ in Bergen

Kartenvorverkauf (Einheitspreis / freie Platzwahl) vom 10.09. bis 30.09. im Bücherturm Neuburg, in der Tourist-Info Neuburg, Klosterbräu Bergen und an der Abendkasse, Kartenpreis: 14 €

Kartenbestellung über: freundeskreisKBM@gmx.de

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Konzerte im Baringer Münster

Rückblick 2022

3. Juli 2022
Eichstätter Kammerorchester

 Mit einem Doppelkonzert stellte das Eichstätter Kammerorchester unter der Leitung von Georg Hanauska einmal mehr - im 61.Jahr seines Bestehens – sein hohes musikalisches Potenzial unter Beweis. War lange Jahre das Schloss in Ellingen der jeweils zweite Konzertort, so hat das Orchester nun das Münster in Baring, wie der Ort im Volksmund liebevoll genannt wird, als neue „Location“   entdeckt, sehr zur Freude der Musizierenden als auch der Zuhörerschaft, die am Sonntagnachmittag das Münster füllte. Das gleiche Programm, das sich der glanzvollen Epoche des Barocks widmete, gab es bereits am Vorabend in der Kirche Heilige Familie in Eichstätt zu hören. 

Einmal mehr setzte Georg Hanauska bei seiner Programmauswahl auf ein Soloinstrument, dem er beim diesjährigen Konzert zu einer außerordentlichen Geltung verhalf: der Oboe. Als Solist glänzte Christoph Semmlinger, jemand der die Oboe „zu einem Verführungsinstrument erhob, schaffte er es doch vorzüglich sein Instrument mit all seinen Möglichkeiten, seinem Farben- und Klangreichtum, exzellent ins Rampenlicht zu rücken.

Besonders Georg Friedrich Händel war dem Instrument zugetan. Er soll sogar geäußert haben, dass die Oboe sein Lieblingsinstrument ist, weshalb er diesem Instrument er auch einige Konzerte widmete. Eines davon, das in g-Moll (HWV 287) war auch der Ausgangspunkt für ein Konzert, bei dem der Solist stets sehr viel Kontakt mit dem Orchester aufnahm und man spürte die große Erfahrung, die Semmlinger mitbrachte. 

Der Oboist Christoph Semmlinger erschloss die Musik mit traumwandlerischer Eleganz; er spielte die verschlungenen melodiösen Linien ebenso auserlesen wie klagend, mit schillerndem Ton, spitzfindiger Ausdruckskunst und einer besinnlichen Souveränität, die alle vordergründigen Aspekte der Technik rasch vergessen ließen. So kam die andere, die verborgene, verspielte, melancholische Seite des Barockzeitalters, jenseits von Prunk und Repräsentation bestens zum Ausdruck. Auf diesem Weg folgt ihm das Kammerorchester mit seinem kultivierten und noblen, scheinbar schwerelos bewegten Spiel und einem einen silbrig, fast fragilen Streicherklang, was es bei drei Sätzen aus einem weiteren Händelschen Concerto grosso, dem in c-Moll op. 6/8  unter Beweis stellte.                              

Einer der bedeutendsten Zeitgenossen Mozarts - bedeutend für die Musikwelt - insbesondere aber auch für Mozart - war Johann Christian Bach (1735 - 1782), auch "Mailänder" oder "Londoner" Bach genannt. Als jüngster Sohn von Johann Sebastian Bach war er grade mal 15 als sein Vater starb. Beim Andante-Satz aus der B-Dur Sinfonie zeigte sich erneut das effektvolle Wechselspiel von Virtuosem und Gesangvollem und: die Oboe einer launischen Diva gleich. Farbwechsel, Eintrübungen nach Moll – eine Musik, die nur scheinbar naiv und unbedarft daherkommt. 

Mit einer Kammersinfonie von einem weiteren Barockmeister, Johann Christoph Pepusch, einem preußischen Komponisten, der alsbald nach London übersiedelte und dort Georg Friedrich Händel den Rang abgelaufen haben soll, spürt das Orchester ganz wunderbar nach, wie der Instrumentalsatz zwischen Transparenz und fülliger Wärme austariert ist. 

Dann greift Christoph Semmlinger beim berühmten Mozart-Adagio KV 580a zum Englisch Horn und so gar mancher Zuhörer ist verwundert, dass es sich hier nicht um ein Blechblasinstrument, sondern um ein Holzblasinstrument handelt und dieses der Familie der Oboeninstrumente zuzurechnen ist. 

Ganz frisch, ja mit einer beschwingten Leichtigkeit geht das Orchester das Spiritoso aus der Sinfonie in B-Dur von Franz Xaver Richter mit seinem lombardischen Rhythmus an. Das Orchester scheint sich in Richters Musik, unter dem Einfluss des sogenannten Galanten Stils stehend, festgebissen zu haben, wo die rhythmische Komplexität die Musik vorantreibt und in einen furiosen Schlussspurt mündet. Wie bei allen anderen Stücken zeigte sich Claudia Esch als klassische Continuo-Virtuosin auf dem Cembalo, die unmerklich weich und souverän das Orchester begleitete. 

Am Ende gibt es donnernden Applaus und viel Lob, in Bergen auch von den 30 französischen Gästen aus Neuburg Partnerstadt Sète, die das Wochenende in Neuburg verbrachten und von Kulturreferentin Dr. Gabriele Kaps ins Konzert begleitet wurden. 

Rückblick 29. Mai 2022:
Baringer Mariensingen

In den 15 Jahren seines Bestehens hat sich das Mariensingen im Münster Heilig Kreuz in Bergen zu einer feierlichen und von vielen Zuhörern hoch geschätzten Tradition entwickelt. Die Verehrung der Gottesmutter ist im bayerischen Volk nämlich tief verwurzelt, die sich in einer großen Marienverehrung in den zahlreichen Wallfahrts- und Pfarrkirchen widerspiegelt. 2007 rief Karl Speth diese Veranstaltung als Initiator ins Leben, die sich nun bei der diesjährigen 15. Neuauflage nach Corona zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt hat. Um die 300 Zuhörer zog das diesjährige Mariensingen im vollbesetzten Baringer Münster in seinen Bann, dem die Gopperer 3, die Rupertsbucher Bergsängerinnen, die Familienmusik Dauer aus Möckenlohe sowie die Baringer Blaskapelle einen mehr als würdigen Rahmen verliehen. In Tracht gekleidet, sangen und musizierten die Gruppen zu Ehren der Gottes Mutter Maria, die im ganzen Bayernland als Landespatronin hoch verehrt wird. Aus diesem Grunde widmete ihr gerade die Volksmusik viele andächtige Lieder.

Empfangen wurden die Besucher und Besucherinnen mit einem Programmzettel, in dessen Mittelpunkt sich eine Mariendarstellung offenbarte, die sich im sogenannten Marienaltar des Münsters wiederfindet. Als Einladung wurde ein Ausschnitt gewählt, wo Maria das Jesuskind in Händen hält, das sich dem von einem Engel präsentierten Kreuz zuwendet. Darüber, im Himmelsbereich, erscheint Gott Vater, der auf das Kreuz zeigt. Dieser Blick des Gottesvaters prophezeit, dass der Auftrag seines Sohnes festgelegt ist. So zeigt der himmlische Herrgott an, dass der Auftrag seines Sohnes vorherbestimmt ist. 

Der Gottesmutter waren die Gesänge während des Mariensingens gewidmet, die, wie es Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Gegg zum Ausdruck brachte, „Balsam für die Seele waren“. Diese wohltuende Wirkung löste das gelungene Zusammenspiel von einfühlsamer und gemütsvoller Musik aus, die die Interpreten während des gut 60-minütigen Konzertes darboten. 

Besonders einprägsam und eindrucksvoll das Lied der Rupertsbucher Sängerinnen „Ich gehe, wenn ich traurig bin, zur lieben Muttergottes hin“. Lieselotte Heieis, Maria Frey, Andrea Schneider, die an der Zither von Helga Gabler begleitet wurden, trugen mit ihren klaren Stimmen zu Herzen gehende Weisen und Klängen ins Baringer Gotteshaus. Wenn uns Leiden und Kreuz auferlegt werden, steht Maria zur Seite: nah beim Kreuz, ist sie nah beim Herrn. Auch persönlich in allem Leid, das wir erleben, ist uns Maria, die Mutter Jesu, sehr nahe. 

Maria als mächtige Himmelkönigin mit ihrer unendlichen Güte und Anteilnahme in schweren Zeiten besangen die Gopperer 3 in ihren Liedern wie „Königin voll Herrlichkeit“ oder „Sie trägt an goldnen Mantel“. Das in der Region sehr bekannte Trio, das ebenfalls aus Rupertsbuch stammt, setzt sich aus Bernhard Gruber, Josef Breitenuber und Konrad Wagner zusammen, der den fein aufeinander abgestimmten vokalen Dreigesang auf seiner Ziehharmonika virtuos und einfühlsam begleitete. 

Gerade in Zeiten großer Bedrängnis und Not haben Gläubige immer wieder auf die Macht des Gebets vertraut, vor allem auf die Macht des Rosenkranzgebetes, so der Tenor in den Liedern der Familienmusik Dauer, die ihren Gesang mit zart besaiteten Gitarrenklängen unterlegten.   

Der Ortsgeistliche, Prälat Prof. Franz Kaspar führte mit besinnlichen Worten durch das von tiefer Andacht und Kontemplation geprägte Singen, las Texte und Gebete, aus denen die Verehrung der Gottesmutter und das Vertrauen in die mächtige mütterliche Fürsprecherin zum Ausdruck kamen.

Die Baringer Blaskapelle lud unter der Leitung von Thomas Fahrmeier am Anfang und Ende mit bekannten Marienliedern wie „Meerstern ich dich grüße“ und  „Sei gegrüßt du Gnadenreiche“ zum  Ruf an die Gottesmutter ein. Auch ein Menuett, von den Klarinetten intoniert und ein Flügelhornduett zu Ehren der Muttergottes, war zu hören. 

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Rückblick 22. Mai 2022:
Concerto Royale

Ein gefülltes Gotteshaus, festliches Trompetenkonzert, Zuhörer, die im Stehen Zugaben herausklatschten, mit lächelnden Gesichtern den Heimweg antraten, das waren die Zutaten eines  bemerkenswerten Konzertes. Grund dafür waren die beiden Musiker Hans Jürgen Huber (Trompete) und Franz Günthner (Orgel), die als „Concerto Royale“ ein wahrlich brillantes musikalisches Feuerwerk auf ihren „königlichen“ Instrumenten ablieferten. 

Vertraute  Komponisten waren vorrangig, das  Duo setzte aber mit modernen Komponisten einen Kontrapunkt zum sonstigen barock gehaltenen Programm. Schon erklangen das königliche Instrument Trompete, meist  jubilierend und die Königin der Instrumente, die Orgel, mal raum füllend, mal höchst deluxe, stets perfekt gespielt. Strahlend setzten Huber und Günthner Martinis  „Toccata per il Deo Gratias“ in  Szene, wobei sie frei von musikalischer Struktur, im Charakter einer ausgeschriebenen Improvisation zwischen schnellen Passagen  in kurzen Notenwerten und voll stimmigen Akkorden wechselten.  Händels „Where ´er you walk“ aus  dem Oratorium „Semele“ mutete wie ein Choral an, getragen und feinfühlig interpretiert von jedem.  Das moderne Orgelsolo „Prelude in  classic style“ von Young lebte von  präzisen Läufen, trendigen Akkorden und wurde von Günthner fröhlichfrohlockend umgesetzt. Telemanns Konzert für Trompete und Orgel in B-Dur bot den ersten Höhepunkt im ausgezeichneten Zusammenspiel. Schleifen, Triller prägten  das Allegro, eher melancholisch umkreisten sich Orgel und Trompete  bei der Sicilienne und das finale  Allegro meisterte der Trompeter auf hohem Niveau. Stamms „Ellyllon“ war ein weiteres modernes Orgelsolo Günthners, bei dem sich  die Hände des Organisten zuspielten, Töne sich rieben und dann  harmonisch auflösten. Händels „Eternal source of light divine“  ließ die Klänge der beiden königlichen Instrumente zu solchen für  die Ewigkeit verschmelzen. Das populäre „Jesu bleibet meine Freude“  von Bach glänzte mit cantabilem  Trompetenspiel und gefühlvoller  Orgelinterpretation. Mit wundervollem Echoeffekt, perfekt registriert, mit perlenden Läufen,  schwebenden Tönen und fulminanten  Akkorden füllte Bachs „Toccata und  Fuge dMoll“ das Baringer Münster  bis zum letzten Winkel. Jauchzend, in harmonischem Miteinander beendeten Huber und Günthner mit einem  langen, elegischen Schlusston bei  „Trumpet Voluntary“ von Stanly ein  geniales Konzert. 

Rückblick 1. Mai 2022:
Salve Regina - Collegium Flores Musicales

Das "Collegium Flores Musicales" vergnügte ein zahlreiches Publikum beim Auftakt-Konzert der Sommerkonzertreihe im Baringer Münster. (von links) Florian Morczinek hatte die Leitung und spielte das Barockcello. Claudia Esch brillierte an Cembalo und mit der Flöte. Anita Knöferle ergänzte das Sextett mit der Barockgeige. Christine Riessner spielte Laute und Theorbe und Markus Gschwindt glänzte auf der Barockgeige. Die Mezzosopranistin Heike Kiefer begeisterte mit einem perfekten "Salve Regina" Scarlatti´s.   (Text:Brigitte Clemens / Fotos: Edgar Mayer)